vdd-Expertengespräch in Stuttgart:
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Datum: 07.01.1999   Redakteurin: Natalie Vollmer

vdd-Expertengespräch in Stuttgart:

Flachdachnutzung voll im Trend!

Gestaltungsmöglichkeiten flacher Dächer erkennen und nutzen/ Gründächer als architektonische Spielart begreifen/Flache Dächer erlebbar machen/ Mit Politik Akzente setzen.

Frankfurt/Stuttgart - Daß die Nutzungsmöglichkeiten flacher Dächer nahezu unbegrenzt sind, stand am Ende des Expertengesprächs "Leben auf dem Dach - Trends von heute und morgen" fest, zu dem der vdd Industrieverband Bitumen-Dach- und Dichtungsbahnen e.V. Experten aus Politik, Planung und Industrie im November des vergangenen Jahres eingeladen hatte. Weiteres Ergebnis dieser Runde: Die Multifunktionalität flacher Dächer hilft, knappe Ressourcen zu schonen und zur Verbesserung der unmittelbaren Umwelt beizutragen.

Mehr als ein "Deckel" für das Haus

"In südlichen Ländern werden flache Dächer bereits vielfach als Abstell-, Nutz- oder Erholungsraum genutzt", eröffnete Prof. Dipl.-Ing. Christoph Parade, Dozent an der Fachhochschule Münster, die Diskussionsrunde. Amerikanische Großstädter berücksichtigen bei der Planung Dachflächen, zum Beispiel als Sportanlagen, Wohn- oder Café-Terrassen oder als zusätzlichen Raum für Gebäudetechnik. Auch in Deutschland habe man jetzt erkannt, daß die Fläche auf dem Dach zusätzlichen Nutzungsraum bereithält, bemerkten die Experten. "Es ist längst an der Zeit, den Menschen noch stärker bewußt zu machen, daß das flache Dach mehr ist als nur ein "Deckel" für das Haus, verdeutlichte vdd-Vertreterin Anneliese Elsner. "Wer beginnt, das Dach als fünfte Fassade zu sehen, der ist auf dem richtigen Weg. Denn dann hat er erkannt, daß diese als interessant gestaltetes Gründach ebenso zum Prestigeobjekt wird wie eine attraktiv gestaltete Außenwand", ergänzte Albert Ackermann, Leiter des Stadtplanungsamtes Stuttgart. Dieses Bewußtsein sei aber bei weitem noch nicht bei allen Planern und Bauherren vorhanden. Das gelte sowohl für den privaten als auch für den gewerblichen und öffentlichen Bereich. In Stuttgart sei daher, nach Aussage von Ackermann, in den Bebauungsplänen ganz klar geregelt, daß flache Dächer als Gründächer zu planen seien. Das Stadtplanungsamt setzt damit bestehende Gesetze effektiv um - ein Beitrag der Politik zur Schaffung grüner Inseln, besonders in den dicht besiedelten Gebieten Stuttgarts.

Dächer müssen erlebbar sein!

"Gerade Gründächer sind dabei nicht nur eine schöne und abwechslungsreiche Art der Dachgestaltung, sie haben auch großen ökologischen und ökonomischen Wert", ergänzte Peter Philippi, Geschäftsführer der Dachgarten Baubegrünung GmbH. Lobend wies er in diesem Zusammenhang auf die gesplittete Abwassergebühr hin, die es in vielen Städten bereits gibt. Menschen sollten nach Ansicht des Experten belohnt werden, daß sie einen Beitrag leisten, ein Stück Natur zurückzuholen. Monetäre Anreize seien dazu am besten geeignet. Bauherren seien dann eher bereit, Gründächer zu realisieren. "Das ist ein wichtiger Prozeß, bedenkt man, daß jedes Jahr etwa die Fläche des Bodensees verbaut wird", betonte Ackermann. Darüber hinaus müsse daran gearbeitet werden, langfristige Trends zu setzen. Dieses läßt sich nach Ansicht von Wilfried Schumacher, Produktmanager der VEDAG GmbH, am besten verwirklichen, indem vorhandene Referenzobjekte erlebbar gemacht werden. "Menschen müssen bewußt wahrnehmen können, welche Vorteile ein genutztes Dach bietet. Sie müssen einmal auf einem Gründach gestanden haben oder aus ihrem Bürofenster die Pflanzenwelt von einem Nachbargebäude sehen können", beschrieb Schumacher. Vorhandene Studien über die positive Wirkung von Gründächern, beispielsweise auf die Luft- und Lebensqualität, müssen nach Ansicht der Teilnehmer des Expertengespräches bekannter gemacht werden. vdd-Expertin Elsner: "Liebevoll geplante und gestaltete Dächer nehmen Einfluß auf Mensch und Umwelt. Sie bilden gerade als Gründächer oftmals das I-Tüpfelchen der Gebäude-Architektur. Das gilt gleichermaßen für gewerbliche, öffentliche und private Bauten".

Wesentliches Ergebnis des vdd-Expertengesprächs: Nach Meinung der Teilnehmer wird der Trend in der Architektur weiter in Richtung Flachdachnutzung gehen - speziell in Form von Gründächern. Die Experten plädieren dafür, daß Planer, Industrie und Politik in Zukunft noch stärker auf die Vorteile der Dachnutzung aufmerksam machen müssen. Außerdem gelte es, vorhandene Gesetze stärker anzuwenden, neue Anreize für die Umsetzung von Nutzdächern zu schaffen und verstärkt Öffentlichkeitsarbeit zu leisten. Nur so könne bei privaten, gewerblichen und öffentlichen Bauherren das Bewußtsein für die Nutzungsmöglichkeiten flacher Dächer verstärkt und bestärkt werden - allen voran das Gründach, mit seiner ökologischen und ökonomischen Bedeutung.

Experten aus Planung, Industrie und Politik diskutierten auf Einladung des vdd Industrieverbandes Bitumen-Dach- und Dichtungsbahnen e.V. in Stuttgart über das Thema: "Leben auf dem Dach - Trends von heute und morgen".

Datum:  07.01.1999

Teilnehmer des vdd-Expertengesprächs:

Dipl.-Ing. Albert Ackermann: Leiter des Stadtplanungsamtes in Stuttgart, engagiert sich seit etwa 20 Jahren für Dachbegrünung.

Anneliese Elsner: Mitglied der Ausschusses für Öffentlichkeitsarbeit des vdd Industrieverbandes Bitumen-Dach- und Dichtungsbahnen e.V., zuständig für Werbung und Public Relations bei der Icopal GmbH

Prof. Dipl.-Ing. Christoph Parade: freier Architekt, Architektenbüro Parade und Partner, Dozent an der Fachhochschule Münster.

Dipl.-Ing. Peter Philippi: Geschäftsführer der Dachgarten Baubegrünung GmbH, seit 15 Jahren auf Dachbegrünung spezialisiert, Vorstandsmitglied des Arbeitskreises Dachbegrünung des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e.V.

Dipl.-Kfm. Wilfried Schumacher: Produktmanager der VEDAG GmbH, seit 23 Jahren in der Flachdachbranche tätig, seit 15 Jahren engagiert er sich für das Gründach, Mitglied des Naturschutzbundes.

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